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aktualisiert am 17. August 2019

ISBN 9783843906388

Euro 60,00 inkl. 7% MwSt


978-3-8439-0638-8, Reihe Tiermedizin

Julia Albers
Biomechanische Untersuchungen an der Bizepssehne des Hundes

107 Seiten, Dissertation Ludwig-Maximilians-Universität München (2012), Softcover, A5

Zusammenfassung / Abstract

In dieser Studie wurde der strukturelle Aufbau und die biomechanischen Eigenschaften der Ursprungssehne des M.biceps brachii des Hundes untersucht. Hierzu wurden an den Bizepssehnen von 72 Hunden Zug- und Druckversuche durchgeführt sowie histologische und morphologische Daten gesammelt. Die Untersuchungen ergaben, dass es sich bei der proximalen Bizepssehne des Hundes um eine typische Gleitsehne handelt. So ist an ihrer Kontaktstelle mit dem Humerus Faserknorpel eingelagert, wobei das Ausmaß dieses Druckpolsters mit dem Alter und Gewicht des Tieres zunimmt.

Bei den Experimenten zur Zugfestigkeit und Zugbelastbarkeit konnte festgestellt werden, dass sowohl die Zugfestigkeit als auch die Zugbelastbarkeit mit höherem Alter geringer werden. Somit nimmt die maximale Belastbarkeit ab und die Verletzungsgefahr steigt.

Zudem lag die Rupturstelle bei allen Versuchen, in denen die Sehne gerissen ist, stets im parallelfaseringen Abschnitt direkt unterhalb des Tuberculum glenoidale. Schon makroskopisch ist zu erkennen, dass der Sehnenquerschnitt im Bereich des Faserknorpels größer ist als im parallelfaserigen Abschnitt. In den morphologischen Untersuchungen ließ sich dies belegen und somit wird die geringere Zugfestigkeit des faserknorpeligen Bereichs durch eine Querschnittszunahme kompensiert, wodurch hier eine höhere maximale Belastbarkeit erreicht wird.

Bei den Druckversuchen ließ sich eine deutlich höhere Festigkeit im Bereich des Faserknorpels nachweisen. Dies zeigt die physiologische Anpassung an die Kräfte, die an dieser Stelle auf die Sehne einwirken. Somit sind die druckempfindlichen Kollagenfasern der Sehne durch den eingelagerten Faserknorpel optimal geschützt.

Eine weitere in dieser Arbeit gewonnene Erkenntnis ist, dass schwerere Hunde im Verhältnis zu ihrem Gewicht einen geringeren Sehnenquerschnitt haben als ihre leichteren Artgenossen. Somit sind die Bizepssehnen bei schweren Hunden einer größeren Belastung ausgesetzt, weshalb es besonders bei diesen Hunden zu Sehnenverletzungen kommt.

Die vorliegenden Befunde erklären die klinische Erfahrung, dass Bizepssehnenrupturen beim Hund fast ausschließlich direkt distal des Ursprungs der Sehne am Tuberculum supraglenoidale lokalisiert sind. Auch die Disposition schwergewichtiger und älterer Hunde zur Bizepssehnenruptur kann auf Grundlage der vorliegenden morphologischen und biomechanischen Befunde erklärt werden.