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aktualisiert am 17. Mai 2022

ISBN 9783843926393

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978-3-8439-2639-3, Reihe Anorganische Chemie

Cindy Döring
Halogengold(I)-Aminkomplexe und ihre Oxidationsprodukte

304 Seiten, Dissertation Technische Universität Braunschweig (2016), Softcover, A5

Zusammenfassung / Abstract

Durch Lösen von thtAuX (X = Chlor oder Brom) in primären oder sekundären Aminen, sowie Azaaromaten und anschließendem Auskristallisieren wurden mittels flüssig-flüssig-Diffusion Halogengold(I)-Aminkomplexe erhalten. Diese bilden dabei eine neutral-molekulare und drei ionischen Formen aus. Sie dienen als Ausgangsverbindungen für die Oxidation zu Gold(III)-Komplexen. Für die Oxidation (im Falle von Brom direkt mit dem Halogen, im Falle von Chlor mit Jodphenyldichlorid), das stöchiometrisch einsetzbar ist, durchgeführt wird, eignen sich nur die neutral-molekulare und zwei der ionischen Formen. Die meisten Komplexe konnten hierbei nur als Gemisch und/oder in geringen Ausbeuten erhalten werden. Es entstand eine Fülle an interessanten Zusammensetzungsformen, unter denen wieder eine neutral-molekulare, sowie sieben ionische Formen, darunter ein goldfreier Tribromid-Komplex, zu finden sind. Neben dem eigentlichen Halogen addiert sich im manchen Fällen ein H+, bzw. HX, dessen Herkunft aus der Reaktion des Halogens mit dem Dichlormethan oder durch Hydrolyse vermutet wird. Die ionischen Formen unterscheiden sich zum einen in der Form des Kations und zum anderen in der Art und Kombination des oder der Anionen. Die molekulare Form und die Zusammensetzung mit einem protoniertem Amin/Azaaromat und einem Tetrahalogenidoaurat(III) sind dabei am häufigsten vertreten.

Die so erzeugten Komplexe wurden mittels Einkristall-Röntgenstrukturanalyse untersucht und ihre Packungen einer Analyse in Bezug auf sekundäre Wechselwirkungen, wie Wasserstoff-Brücken, aurophilen Wechselwirkungen und Halogen-Kontakten, unterzogen. In Strukturen, in denen N-H-Gruppen vorhanden sind, treten hauptsächlich klassische Wasserstoff-Brücken zwischen Amin-H-Atome (Donoren) und den freien oder an Gold gebundene Halogeniden (Akzeptoren) auf. Daneben können unter anderem auch kurze Gold-Gold-Kontakte mit Längen um die 3 Å, sowie Gold-Halogen- und Halogen-Halogen-Kontakte zwischen 3,2 und 3,7 Å beobachtet werden. Sie bilden des Öfteren netzartige Unterstrukturen, insbesondere mit Tetrahalogenidoaurat(III)-Anionen, oder Ketten, welche ein zentrales Motiv im Packungsaufbau darstellen. Durch Wasserstoff-Brücken und vereinzelt auch durch Gold-Wasserstoff-Kontakte findet eine Verknüpfung dieser zu Strängen/Bändern, Schichten oder dreidimensionalen Netzwerken statt.