Datenbestand vom 26. August 2026
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aktualisiert am 26. August 2026
978-3-8439-5800-4, Reihe Organische Chemie
Adrian Humboldt Synthese und Untersuchung der Reaktivität von nukleotidischen Phosphorsäureamiden
246 Seiten, Dissertation Universität Stuttgart (2026), Softcover, A5
Die vorliegende Dissertation beschreibt die Synthese neuer Phosphorsäureamide von Ribonukleosiden sowie die Untersuchung ihrer Eigenschaften. Ziel war es, neue ProTide-Strukturen zu entwickeln, die insbesondere in Geweben mit geringer Phosphoramidase-Aktivität eine ausreichende antivirale Wirksamkeit ermöglichen.
Im ersten Teilprojekt wurden Aminoacidyl-Phosphorsäureamide von Adenosin synthetisiert und die enzymfreie Freisetzung des AMPs untersucht. Der Fokus lag auf Prolinyl-AMPs mit verschiedenen Substituenten an der δ-Position der Prolin-Einheit. Dabei zeigt sich, dass insbesondere die Einführung einer Isopropylgruppe oder einer zweiten Carboxygruppe die Freisetzung des Nukleosid-5'-Monophosphats aus dem Prolinyl-AMP deutlich beschleunigt. Die entsprechenden Verbindungen zeigten unter den untersuchten Bedingungen Halbwertszeiten von 10,9 min und damit eine deutlich schnellere Freisetzung als Pro-A mit 2,4 h. Diese Ergebnisse liefern Ansatzpunkte für die Entwicklung neuartiger Prolinyl-ProTides.
Im zweiten Teilprojekt wurden ProTide-Varianten von Remdesivir mit modifizierten Aminosäureestern synthetisiert und biologisch untersucht. Darüber hinaus wurde ein Bemnifosbuvir-Analogon hergestellt. Das Bemnifosbuvir-Analogon zeigte eine höhere antivirale Wirksamkeit gegen das West-Nil-Virus in A549-Lungenzellen als die Ausgangsverbindung. Die Ergebnisse zeigen, dass gezielte strukturelle Modifikationen von ProTides einen Ansatz zur Optimierung ihrer antiviralen Aktivität darstellen.