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aktualisiert am 13. Juni 2019

ISBN 978-3-8439-0225-0

Euro 72,00 inkl. 7% MwSt


978-3-8439-0225-0, Reihe Biologie

Martina Zimmermann
Entwicklung onkolytischer Sendaiviren und Etablierung eines Testsystems zur präklinischen Charakterisierung onkolytischer Viren

223 Seiten, Dissertation Eberhard-Karls-Universität Tübingen (2011), Hardcover, A5

Zusammenfassung / Abstract

Bereits in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts wurde beobachtet, dass eine Virusinfektion, z. B. mit Masernviren, zu einer Tumorrückbildung und einem positiven Verlauf einer Krebserkrankung führen kann. Darauf basierend hat sich die Virotherapie entwickelt, bei der Viren eingesetzt werden, Tumorzellen gezielt zu infizieren und diese in Folge der Virusvermehrung durch Überlastung des zellulären Syntheseapparates und Lyse (sog. Onkolyse) zu zerstören.

Mit dem Ziel der Verfügbarkeit einer Vielzahl solch onkolytischer Viren zur patientenindividualisierten Therapie ist es heute möglich, onkolytische Viren zu entwickeln, die diese Fähigkeiten von Natur aus nicht besitzen.

In dieser Arbeit ist es gelungen, neuartige rekombinante onkolytische Sendaiviren (rSeV) herzustellen. Die de novo erzeugte Tumorselektivität der rSeV konnte in vitro anhand einer effizienten Ausbreitung und Replikation in Tumorzellen, bei gleichzeitig deutlich eingeschränkter Replikation in nicht malignen Zellen gezeigt und in vivo in einem Xenograft Modell bestätigt werden.

Um das Potential von onkolytischen Viren in einem klinischen, patientennahen Kontext untersuchen zu können, wurde darüber hinaus die Anfertigung von humanen vitalen Gewebeschnitten (PCLS: Precision-Cut Liver Tissue Slices) etabliert. Anhand der Kultivierung und Infektion von Leber- und Tumorgewebeschnitten unter identischen Bedingungen konnte sowohl die Tumorselektivität als auch die Ausbreitungsfähigkeit onkolytischer Viren vergleichend untersucht werden.

Die Verfügbarkeit neuartiger onkolytischer Sendaiviren und die Erkenntnisse, die aus der Untersuchung von onkolytischen Viren im humanen Gewebekontext gewonnen werden können, eröffnen eine neue hoffnungsvolle Perspektive für eine erfolgreiche, patientenindividualisierte Tumortherapie.